Logo Entwicklung und Gestaltung
Zum besseren Grundverständnis einige
Begriffserklärungen vorweg:
Die Bezeichnung Logo triff auf die meisten Fälle
gar nicht zu, da ein Logo (Ursprung Logos) nur
aus Geschriebenem besteht.
Das, was allgemeinhin als "Logo" bezeichnet
wird, wird in Fachkreisen, je nach Aufbau,
Wortmarke, Bildmarke oder auch
Wortbildmarke genannt.
Wann welche Bezeichnung zutrifft, ist ganz
leicht zu unterscheiden:
Besteht ein Firmenzeichen lediglich aus Schrift,
so nennt man es Wortmarke.
Besteht es nur aus einem Bild,
so nennt man es Bildmarke.
Werden Text und Bild kombiniert (was die Regel ist),
nennt man es Wort-Bild-Marke.
Bildzeichen (bzw. Bildmarke)
Eine Bildmarke kann man sich sehr gut merken (z.B. von Apple oder Puma),
es sei denn sie sind abstrakt gestaltet (z.B. von der Deutschen Bank etc.).
Buchstabenzeichen
Z.B. IBM, RTL, IKEA, ALDI
Sie sind abstrakter und lassen sich weniger gut merken
als Bilder.
Zahlenzeichen
Z.B. 4711 = echt kölnisch Wasser
Diese Variante ist sehr selten aus dem Grunde, weil man sie
sich sehr schlecht merken kann.
Kombiniertes Zeichen (Wortbildmarke)
- Lokprinzip
> Bild vor Wortmarke

- Schubprinzip
> Bild hinter Wortmarke

- Starprinzip
> Bildmarke oberhalb der Wortmarke

- Ankerprinzip
> Bildmarke unter der Wortmarke

- Triebwagenprinzip
> Bildmarke zwischen der Wortmarke
(beide Wörter sollten möglichst gleich lang sein)

- Inselprinzip
> Wortmarke + Bildmarke im Kasten oder
sonst optisch von einander getrennt


Sinneswahrnehmung
| Sinnesorgane u. Merkfähigkeit im Kurzzeitgedächtnis |
Wahrnehmungsform | Aktivierung durch |
| Augen (78 %) | visuell/ optisch | Licht |
| Ohr (13%) | auditiv/ akustisch | Töne |
| Haut (3%) | haptisch/ taktil | Berührung |
| Nase (3%) | olfaktorisch | Düfte |
| Zunge (3%) | lukullisch | Nahrung |
40% des Gesehenen und
20 % des Gehörten
bleibt wirklich im Gedächtnis hängen;
daher ist eine Kombination mehrer Sinneseindrücke
empfehlenswert.
- > Im TV = Sehen + Hören
- > Bei Printprodukten = Sehen + Fühlen (z.B. bei strukturiertem Papier)
- > Oder Sehen + Riechen (bei parfümierten Seiten)
- > Akustisches Logo > Ton zur Wort-Bildmarke (z.B. Ton von T-Online)
Abstrakte Logos/ Wort-Bildmarken
(Nike, Addidas, Deutsche Bank) lassen sich schlechter
merken (das Gesehene ist nicht in direktem Bezug
zum Produkt/ zur Firma zu bringen), daher muss
man den Kunden öfter damit konfrontieren.
> sie sind allerdings auch eigenständiger und
haben daher dann einen höheren Wiedererkennungswert.
Beispiel Brezel – damit assoziiert man einen Bäcker,
daher ist diese Bildmarke leichter zu merken/ zu verstehen.
Solche simplen/ eindeutigen Bildmarken
eigenen sich speziell für kleinere Unternehmen, die
es sich nicht leisten können große, längerfristige
Werbung zu schalten.
Merke:
>> Form follows function
>> die Wort/ Bildmarke MUSS wirken
Gestaltungsgesetze
Farbempfindung
Farben können sehr stark Aufmerksamkeit erregen.
Hier die prozentuale Aufteilung der Farben, die
(in der Werbung) am Aufmerksamkeits stärksten
wirken:
1. Orange > 21,4% - dort guckt man am ehesten/ zuerst hin
2. Rot > 18,6 %
3. Blau > 17%
4. Schwarz > 13%
5. Grün > 12,6%
6. Gelb > 12 %
7. Violett > 5,5%
8. Grau >0,7% - wird zuletzt wahr genommen
Diese Ermittlung ist nur 1 Studie geschuldet und
ist daher NICHT allgemein gültig.
Eine 2. Prüfung kommt zu folgendem Ergebnis
Wahrnehmbarkeit von Farben
(an welche erinnert man sich am ehesten?):
1. Gelb
2. Orange
3. Rot
4. Grün
- > Die größte Fernwirkung erreicht man mit Schwarzem Druck auf gelben Grund
- > Die schlechteste Fernwirkung erwirkt man mit grün auf blauem Grund
- > Vielfarbigkeit verspricht eine hohe Aufmerksamkeit
- > Bei Reduktion auf 1 Farbe hat man eine höhere Merkfähigkeit
- > Zusätzliche Farben kosten beim Druck später mehr Geld (Sonderfarben)
Modifikation von Wort-Bildmarken
Es kommt öfters mal vor, dass Firmen ihre Wort-Bildmarken
modernisieren oder sonstigen Anpassungen unterziehen.
Hier sind einige Tipps, wie man am besten so etwas vollziehen kann,
denn der Verbraucher reagiert zuweilen recht empfindlich auf
zu große abrupte Veränderungen und erkennt womöglich
die Marke nicht mehr wieder (zB. bei Übernahme/ Firmenzusammenschluss):
- > Schritt für Schritt kleinere Details ändern
- > Neue Namen mit einbringen (z.B. bei Wechsel des Firmeninhabers/
Übernahme) und für eine Weile das Logo sonst unverändert lassen
(lediglich den Namen wechseln) - > separate Bildmarke mit angeschlossener Wortmarke, z.B. im Lokprinzip anordnen
- > Bei Bildänderungen; welche Bilder sind am branchentypischten
Gibt es ein Bild, welches zur Hausmarke gehört? - > Farblich beim Corporate Design (Hausdesign/ Firmendesign) bleiben
- > Umsetzung beachten (beim Druck die Papierart beispielsweise)
Checkliste
zur Überprüfung der Tauglichkeit eines
Logos/ Wort-Bildmarke:
- > kann man das Logo in 3D darstellen?
- > Ist es bei extremer Verkleinerung noch gut lesbar?
- > Bleiben alle Elemente bei extremer Vergrößerung im gleichen Verhältnis?
- > Ist eine gute Fernwirkung bei starker Vergrößerung gewährleistet?
Auch bei geringer Entfernung gut erkennbar? - > Ist es in schwarz/ weiß (Strich Druck) umsetzbar?
(wichtig für Zeitungsanzeigen oder Faxe) - > Ist es als positiv/ negativ umsetzbar?
(erweiterte Möglichkeit bei Schwarz-Weiß Anzeigen) - > Sind auch nur alle notwendigen Farben verwendet worden
(wichtig für den Druck, jede Farbe extra kostet mehr Geld)? - > Hat es gute Eycatcher/ Blickfang Qualitäten
(erkennt man es auch bei flüchtiger Betrachtung)? - > Passt die Schrift/ Typografie zur Branche?
- > Können die Farben auf das gesamte Corporate Design übertragen werden?
(Als Hausfarbe für Fahrzeuge, Inneneinrichtung, Geschäftsausstattung etc.) - > Genügend Unterscheidung zu Mitbewerbern?
- > Aussage über das Leistungsangebot gegeben?
- > Ist es auch ohne Leistungszusatz für die Werbung tauglich?
- > Ist es wettbewerbsrechtlich unanfechtbar
(werden keine Rechte Dritter verletzt)? - > Leichte Merkfähigkeit?
- > Auf allen Werbemitteln gut einsetzbar?
(Auto, Plakat, Flyer, Fax, Visitenkarte etc.) - > Kann man auch eine edlere Variante für die
Geschäftsleitung daraus machen? - > Ist es zeitgemäß aber nicht bloße modische Erscheinung?
- > Entspricht es dem gewollten Corporate Image?
- > Kann es problemlos gedruckt werden?
- > Leistungsaufzählung nach Schwerpunkten sortiert?
- > Spricht es die Zielgruppe an?
